Viele Berater & Coachs träumen davon, sich selbstständig zu machen – trauen sich aber nicht. Andere wiederum wagen die Selbstständigkeit und scheitern kläglich. Welches sind die Hürden und Herausforderungen? Woran scheitern viele?
Hier findest Du 9 typische Fehler, die viele Berater & Coachs begehen – Lerne aus den Fehlern anderer…

Fehlendes Konzept

Wer einfach drauf loslegt und denkt, es reichten ein Beratungsraum, ein paar Visitenkarten und eine schnell gebastelte Website, wird bald merken, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Gewisse Dinge müssen gut durchdacht und geplant werden. Das Konzept hat weniger mit GmbH-Gründung (teuer) und Eintrag ins Handelsregister zu tun (bis zu einem Umsatz von 250’000 sfr nicht nötig), sondern mit strategischen Überlegungen betreffend Auftritt.

Fehlende Positionierung

Einer der Hauptfehler vieler selbstständiger Berater/-innen ist die mangelnde Positionierung. Klienten wollen Spezialisten auf ihrem Gebiet. In der heutigen Angebotsflut sind Positionierung und Zielgruppendefinition ganz entscheidend, um überhaupt gesehen und bemerkt zu werden. Die Positionierung beeinflusst dann unter Umständen auch die Wahl des Markennamens und der URL, was nicht unwesentlich ist.

Fehlendes Zielpublikum

Wer sich nicht vorgängig überlegt, wen er als Zielpublikum anpeilen will, streut seine Werbung viel zu breit.
Eine Zielgruppendefinition beeinflusst die inhaltlichen Formulierungen für die Akquise, aber auch die Wahl der Werbekanäle. Je konkreter das Zielpublikum ist, desto klarer kann ich für dessen Anliegen mein Angebot formulieren. Dabei ist es erforderlich, die Sicht des Kunden einnehmen zu können und die Resonanz zu testen.

Alles auf eine Karte gesetzt

Ein Hauptgrund, weshalb viele den Schritt in die Selbstständigkeit nicht wagen, beziehungsweise viele Solopreneure scheitern, ist, dass sie von Anfang an auf die Alles-oder-Nichts-Karte setzen, was tatsächlich riskant sein kann. Es lohnt sich grundsätzlich, als Sidepreneur zu beginnen, den aktuellen Job zu reduzieren und Erfahrung im Beratungsbereich zu sammeln. Das lässt einem Zeit, einen professionellen Auftritt zu planen und die Marktresonanz zu testen.

Die Perfektionsfalle

Selten hat Aufschieben etwas mit mangelnder Zeit zu tun. Vielmehr steckt die Angst vor dem Scheitern dahinter. Berater, die zu perfektionistischen Ansprüchen bezüglich ihres Auftritts neigen, schieben ihre Teil-/Selbstständigkeit ständig vor sich her. Je länger ich warte, desto länger liegt dann vielleicht die Beraterausbildung zurück, desto unsicherer fühle ich mich und wage den Schritt in die Selbstständigkeit folglich sowieso nicht mehr.

Angst vor Konkurrenz

Wer Angst vor der Konkurrenz hat, versucht alles unter Verschluss zu halten, aus Angst, etwas verlieren zu können. Doch Konkurrenzdenken ist out. Es ist besonders dienlich, sich mit „Konkurrenten“ zusammen zu tun und zu sehen, wie man sich ergänzen und weiterempfehlen kann. Es lohnt sich ausserdem, sogenannte Expertengruppen zu bilden, denn Austausch ist nicht nur bereichernd, sondern bringt auch eine wichtige Aussensicht, die man alleine nicht hat.

Mangelhafte Onlinepräsenz

Der persönliche Offline-Kontakt ist durch nichts zu ersetzen, jedoch ist dieser Weg für die Akquise extrem zeitaufwändig. Der Onlineweg ist heute unumgänglich, die Website ersetzt die Visitenkarte: Es ist besonders wichtig, an dieser Stelle, richtig zu investieren, damit die Website inhaltlich und visuell ansprechend, aktuell, bedienungsfreundlich und responsive (heute greifen über 50% der User über mobile Devices auf das Internet) ist. Die Website alleine reicht jedoch nicht aus. Man muss potentielle Interessenten auf die Website bringen. Dafür gibt es wiederum diverse Alternativen. Social Media sind eine Variante, müssen jedoch sinnvoll genutzt und programmiert werden, damit sie nicht zum Zeitfresser mutieren.

Mehr von Demselben

Wer monate- und jahrelang auf keinen grünen Zweig kommt und um jeden Klienten ringt, sollte nicht mehr von Demselben bieten, sondern kleine Änderungen erwägen. An Ideen mangelt es uns meistens nicht – aber ist es, was der Kunde braucht und sucht? Bevor wir etwas Neues entwickeln, sollten wir eine Marktanalyse unternehmen (am Besten mit Hilfe der Expertengruppe) und kontrollieren, ob Positionierung und Zielgruppendefinition klar sind. Nicht, was ICH wichtig und richtig finde, ist entscheidend, sondern was der Kunde sucht. Wenn ich in Resonanz gehen kann, mit dem, was der Kunde braucht, ohne mich dafür verbiegen zu müssen (Verlust der Authentizität), dann kann ich diese Änderung umsetzen.

Nervende Werbung

Werbung im klassischen Sinne ist out. Spotify und Netflix (Alternativen zu Radio und Fernsehen) feiern ihren Erfolg, weil sie frei von Werbung sind. Die Menschen haben die Nase voll von aggressiver Werbung. Die Kunst ist es nun, Vertrauen zu schaffen (wie im Offline-Kontakt), ohne etwas verkaufen zu wollen. Wer sein Expertenwissen freizügig gibt, lässt sich in seine Karten schauen, legt offen dar, wie er arbeitet, so dass der Kunde sich ein Bild machen kann und selber entscheiden kann, ob er etwas buchen (z.B. eine Beratung) will oder nicht. Und das ohne ständige Werbungen, die aufblinken oder Mails und Newsletters, die täglich die Mailbox verstopfen und lediglich eine Abmeldung zur Folge haben.