In einem Kommunikationsseminar hat mich die Reaktion einer Teilnehmerin sehr berührt. Sie meinte: „Ich wusste nicht, was sich hinter dem Begriff Kommunikation für ein Universum verbirgt. Ich glaube, dass dieses Seminar nur ein Anfang von etwas ganz Neuem in meinem Leben ist.“ Wer sich schon einmal mit dem Thema Kommunikation befasst hat weiß, was für spannende, erhellende und motivierende Modelle es dazu gibt. Und wie vielschichtig dieses Thema ist…

Kommunizieren ist ein Grundbedürfnis

Sobald ein Mensch auf die Welt kommt, beginnt er zu kommunizieren. Mit anderen Menschen zu kommunizieren ist ein Grundbedürfnis, weil es uns ermöglicht, mit anderen in Verbindung zu sein und uns mitzuteilen.

Die ersten Menschen, die mit uns kommunizieren, sind immer unsere Eltern. Hier können wir erleben, dass ein Großteil unserer Kommunikation nonverbal ist und wir nicht nur beim Sprechen kommunizieren. Denn gerade Eltern und Kinder können wunderbar nonverbal kommunizieren. Über Mimik, über, Gestik, eine zarte Berührung, liebevolle Geräusche oder leises Singen.

Verbindende Brücke zwischen Menschen

Mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, sich mitzuteilen, sich auszutauschen – das bewegt uns und bringt auch etwas in Bewegung in uns. Es gibt die schönen und berührenden Momente, in denen man das Gefühl hat, wirklich verstanden und wahrgenommen zu werden. Es entsteht eine Brücke zwischen mir und dem anderen Menschen, die verbindet und Begegnung möglich macht. Aber Kommunikation ist auch oft verbunden mit vielen Missverständnissen, Konflikten und Verletzungen. Worte können einen treffen wie ein Schlag, sie können tiefe Gräben zwischen Menschen erzeugen, die nur schwer zu überwinden sind.

Vielleicht ist es tröstlich zu wissen, dass Kommunikation niemals perfekt sein kann. Aber sie kann durch mehr Bewusst-Sein friedlicher und zugewandter werden. Und Verbindung schaffen, die stärkt. Aber wohin soll denn der erste Schritt im Universum der Kommunikation gehen?

Das Geheimnis gelungener Kommunikation
liegt in der inneren Haltung, die man hat.

Bei sich selber anfangen

Eine innere Haltung der Wertschätzung, der Achtsamkeit und des echten Interesses am Gegenüber. Eine Haltung die frei ist von Bewertungen und vorgefassten Meinungen und Antworten.

Mir hilft es in einem Gespräch, immer wieder ganz bewusst in mein Herz zu atmen und meine Gedanken erst einmal loslassen. Und mich so ganz meinem Gegenüber zuzuwenden.  Ich lasse alle Lösungen, Bewertungen und Überlegungen los – und höre erst mal nur zu.

Die Basis dieser inneren Haltung ist die Wertschätzung der eigenen Person, das bewusste Wahrnehmen der eigenen inneren Kommunikation zwischen meinen Persönlichkeitsanteilen. Die meisten Menschen sind erstaunt und überrascht, wenn sie feststellen, welche kritischen und bewertenden Sätze ihre inneren Anteile den ganzen Tag über äußern und wie sie dadurch ständig unter Druck stehen.

Empathisch heisst nicht selbstlos

Übersetzt heißt das: Der erste und wichtigste Baustein für gute und gelingende Kommunikation ist Empathie. Das ist die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen einzufühlen. Empathie unterstützt uns auch dabei, mit eigenen starken Gefühlen und lebenswichtigen Bedürfnissen in Kontakt zu sein. Selbstempathie ist deshalb eine wichtige Ressource. Sie schützt vor Selbstüberforderung und hilft, in der eigenen Mitte zu bleiben. Und hilft so auch, in schwierigen Situationen gelassener zu bleiben und nicht die Kontrolle zu verlieren.

Oft wird Empathiefähigkeit mit Selbstlosigkeit verwechselt. Das Gegenteil trifft den Kern. Die Grundlage für einen empathischen Umgang mit anderen ist ein empathischer Umgang mit uns selbst. Indem wir täglich üben, in uns hinein zu spüren und zu fühlen, wie es uns geht und was wir brauchen, wächst auch das Verständnis für die Bedürfnisse anderer. Und ermöglicht so eine wertschätzende und zugewandte Kommunikation.

Die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen

Wie oft nimmst Du Dir Zeit, in Dich hinein zu spüren, Deine Bedürfnisse wahrzunehmen und freundlich auf Dich selbst zu schauen? Fange an, aufmerksamer und bewusster mit Dir selbst zu kommunizieren. Und lasse Dich überraschen, wie positiv sich das auf den Kontakt und die Gespräche mit anderen Menschen auswirkt. Und auf Dein ganz persönliches Universum der Kommunikation.

 

 

Autorin: Alexandra Cordes, www.der-wertschaetzungs-coach.de